Wieso hat dieses Untier jetzt plötzlich so’n Stock im Arsch?
Sie war ja einiges gewohnt. Einen halben Spleen, fand sie schon lange, hatten sie alle.
Der eine musste dabei immer absurde Geschichtchen dahertexten von einer Masseurin, die so betört ist von seinem Körperbau, dass sie sich auf ihn setzen muss oder einer Krankenschwester, die sich seinen Prengel beim Waschen gleich einführt. Der andere wollte, dass sie unablässig vorstöhnt „Ich will ein Baby von dir!“ Er hier hatte diese Unart, ihr dauernd mit irgendwelchen höchst trainiert arglistigen Fingern ins hintere Loch zu stoßen, so pausenlos konnte man gar nicht aufpassen, wie der das immer wieder hinkriegte. Was ihrethalben noch angehen mochte, aber dann mit denselben Griffeln ins vordere. Natürlich kriegte sie da diese penetranten Scheidenpilze nicht weg. Sie solle sich doch mal Vitamin-C-Tabletten in die Muschi schieben!
Echt.
Aber, gut, andere gingen dafür arbeiten.
Sie hatte schon immer diese These vertreten, dass es zwei Sorten von Frauen gab. Welche, die mit solchen Männern konnten und welche, die gar nicht. Obwohl das heute alles viel aufgeweichter war als früher. Mit den Unterschieden. Wenn sie daran dachte, welche Pornoakrobatik manche ehrbare Ehefrau mitmachte mittlerweile. Täten nicht mal die jungen Kolleginnen. Aber nach dem Krieg etwa gabs Fräuleins, die für einen Kanten Brot das Kaffeeservice von Tante Margit hergaben und Fräuleins, die sowas nicht mal für Perlonstrümpfe oder Zigaretten nötig hatten.
Dieses, man musste sagen mehrfache, Umschwärmtwerden mochte sie durchaus. Bald würde sie sich wieder nur handverlesene Galane halten. Nie wieder eine Beziehung. Um dann wieder von vorne, oder treffender unterst, anfangen zu müssen.
Seis drum.
Schließlich, so langsam, konsolidierte es sich.
Hatte er diesmal nicht Schampus mitgebracht? Weil es „doch der 14.“ war. Stimmte. Aber Anstoßen wollte sie dann eher nicht. Hätte ja nur das Tablett von der Kommode rüberheben müssen auf das Tischchen, die zwei Sektflöten standen immer schon drauf.
Viel lieber verlor sie sich nochmal in diese unvergessliche Überraschung. Auf der Klassenfahrt. Als B. und W. ihr Doppelbett mit ihr geteilt hatten und am Morgen jedenfalls das Riemchen an ihrem rechten Schuh vollständig abgerissen war.
Und sie tags drauf von beiden je ein Paar Schuhe geschenkt bekommen hatte. Einmal dunkel- und einmal hellrosa Pumps. Erst hatten sie rumgedruckst. Etwas unsicher wegen der Farbe. Aber es war alles top. Die Größe, Farben, Absatzhöhe …
Später hatte sie dann doch noch seine Valentinskarte unter dem Tablett gefunden.
Ein Liebesgeständnis. Ein Gutschein, der für mindestens sechs Paar Pumps reichte.


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